Schnuppernachmittag Unterrichte 06.04.2013

Am 06. April fand in unserer Gemeinde ein „Tag der Unterrichte“ für Eltern, Großeltern und interessierte Glaubensgeschwister statt.

Wie ist es zu dieser Idee gekommen?

Die Lehrkräfte unserer Gemeinde stellen zunehmend fest, dass in den Familien Glaubensgrund-lagen vielfach nicht mehr weitergegeben werden, Gebete nicht mehr gemeinsam gesprochen werden und auch die Wertigkeit der Unterrichte (z.B. was die Verbindlichkeit und Regelmäßigkeit angeht) oftmals nicht ernst genommen wird. So entwickelten unsere Lehrkräfte die Idee, dass einmal an einem Samstag alle Unterrichte stattfinden sollen und dazu die Eltern und alle, die Interesse an den Unterrichten und der Kinderarbeit haben, zusammenkommen. Dies sollte ihnen zunächst einmal einen Einblick in die Arbeit der einzelnen Unterrichtsstufen vermitteln, aber auch dazu dienen, um in einen Austausch über die Bedürfnisse unserer Kinder in der Gemeinde zu kommen und über die Bedeutung der Glaubenserziehung zu sprechen.

Mit diesen Gedanken begannen unsere Lehrkräfte die Planung. Es wurden Einladungen mit den Kindern zusammen angefertigt und an die Eltern und die Gemeinde verteilt. Die Unterrichte wurden vorbereitet, Kuchen wurde gebacken, Kaffee gekocht und der Tag konnte beginnen.

Leider nicht so, wie es sich die Lehrkräfte erhofft hatten! Es kamen zwar einige interessierte Geschwister und Großeltern, aber in den einzelnen Unterrichtsgruppen war jeweils nur ein einziges Kind vertreten und auch nur eine einzige Mutter nahm an diesem Unterrichtsnachmittag teil. Die Enttäuschung darüber ließ allerdings schnell nach. Denn die Unterrichte wurden mit gleicher Freude und Engagement durchgeführt und alle Anwesenden konnten einen Einblick in die Arbeit mit den Kindern bekommen.

Nach den zehn Minuten „schnuppern in die Unterrichte“ ließen die „Großen“ unsere „Kleinen“ alleine im Unterricht mit ihren Lehrerinnen zurück und trafen sich zu einem Austausch über die Arbeit mit den Kindern in der Gemeinde. Hier kam es zu einem regen Austausch und viele Gedanken zur Bedeutsamkeit unserer Kinder im Gemeindeleben wurden geäußert. Gerne möchte ich diese an euch alle weitergeben, da sie uns sicherlich hilfreich im Umgang mit unseren jungen Glaubensgeschwistern sein können. Diese nachfolgenden Gedanken wurden geäußert:

  • Kinder sind unsere Zukunft. Es sind die zukünftigen Amtsträger, Sänger, Helfer usw.
  • Die Wertigkeit der Unterrichte muss bei den Eltern größer gemacht werden. Dazu sind Seelsorgebesuche nötig, in denen über die Bedeutung der Erziehung im Glauben und über die der Unterrichte gesprochen wird. Die Lehrkräfte sollen gerne dabei sein und auch zu den Kindern ein Vertrauen aufbauen.
  • Es sollten auch mehr Kindergottesdienste stattfinden, bei denen auch die ganze Gemeinde dabei ist (wie bei den Bezirkskindergottesdiensten).
  • Die Kinder haben Scheu vor den Großen. Wir müssen auf sie zugehen und uns auf Augenhöhe begeben. Interesse an ihnen und ihrem Leben haben.
  • „Kirche“ darf nicht nur sonntags stattfinden. Auch andere Angebote anbieten aber auch wahrnehmen. Vielleicht müssen auch einmal Fahrdienste gebildet werden, wenn die Eltern nicht fahren.
  • Es sollte im Foyer ausgestellt werden, was die Kinder in den Unterrichten machen, damit für alle deutlich wird: wir haben hier auch Kinder!
  • Die Kinder müssen auch „ganz normale“ Gottesdienste erleben. Dann könnte man aber auch mehr singen, damit sie zwischendurch einmal aufstehen und der Predigtanteil nicht zu lang ist.

Es war ein schöner und reger Austausch, der wieder einmal deutlich machte, wie wichtig und wertvoll unsere Kinder für eine zukunftsfähige und wachsende Gemeinde sind.

Deutlich wurde aber auch, dass wir alle, Eltern und Glaubensgeschwister, gefordert sind, den Kindern diesen Raum zu schaffen. Einen Ort, wo sie sich wohlfühlen, begeistert für das Evangelium werden, sich als gleichberechtigter Teil ihrer Gemeinde empfinden, seelsorgerisch begleitet werden und durch Unterrichte gefördert und gefordert werden.

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